Weniger offene IT-Stellen – aber der Fachkräftemangel ist noch lange nicht vorbei

Von 10. September 2026Managed IT Services6 Min. Lesezeit
Weniger offene - Stellen – aber
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Die Zahl der unbesetzten IT-Stellen in Deutschland ist deutlich gesunken. Aktuell fehlen laut einer Erhebung des Digitalverbands Bitkom rund 79.000 IT-Fachkräfte. 2025 waren es noch 109.000, im Jahr 2023 sogar 149.000.

Auf den ersten Blick könnte man meinen: Der jahrelang beklagte Fachkräftemangel in der IT löst sich langsam auf.

Ganz so einfach ist es allerdings nicht.

Denn während die Zahl der offenen Stellen sinkt, bleibt es für Unternehmen ausgesprochen schwierig, geeignetes Personal zu finden. 78 Prozent der befragten Unternehmen sehen weiterhin einen Mangel an IT-Fachkräften. Noch deutlicher wird das Problem bei den Unternehmen, die tatsächlich IT-Stellen zu besetzen haben: 97 Prozent berichten von Schwierigkeiten bei der Suche.

Der IT-Arbeitsmarkt entspannt sich also nicht einfach. Er verändert sich.

Weniger Stellen bedeuten nicht automatisch mehr Fachkräfte

Dass die Zahl der offenen Stellen innerhalb von drei Jahren fast um die Hälfte zurückgegangen ist, bedeutet zunächst einmal nur, dass weniger Stellen unbesetzt sind.

Es bedeutet nicht, dass plötzlich ausreichend qualifizierte Bewerber zur Verfügung stehen.

31 Prozent der Unternehmen mit offenen IT-Stellen erhalten nach eigenen Angaben praktisch keine Bewerbungen. Bei 43 Prozent reicht die fachliche Qualifikation der Bewerber nicht aus, 33 Prozent bemängeln fehlende Kenntnisse aktueller Technologien. Auch fehlende Deutschkenntnisse und Soft Skills erschweren die Besetzung.

Gleichzeitig erwartet eine deutliche Mehrheit der Unternehmen keine dauerhafte Entspannung: 76 Prozent gehen davon aus, dass sich der IT-Fachkräftemangel in den kommenden Jahren wieder verschärfen wird.

Die aktuelle Entwicklung dürfte deshalb weniger für ein Ende des Fachkräftemangels sprechen als für einen IT-Arbeitsmarkt im Umbruch.

KI verändert den Bedarf – aber sie ersetzt nicht einfach die IT-Abteilung

Ein Teil dieses Umbruchs hängt mit Künstlicher Intelligenz zusammen.

42 Prozent der Unternehmen mit IT-Stellen setzen KI bereits innerhalb ihrer IT ein, weitere 36 Prozent planen den Einsatz. Bislang führt das allerdings nur selten zu einem tatsächlichen Stellenabbau: Von den Unternehmen, die KI bereits in der IT einsetzen, haben 85 Prozent dadurch keine Stellen abgebaut.

Für die Zukunft gehen die Einschätzungen stärker auseinander. 32 Prozent der Unternehmen erwarten einen Stellenabbau durch KI, 65 Prozent dagegen nicht.

Wahrscheinlicher ist deshalb, dass KI weniger die IT-Abteilung als Ganzes ersetzt, sondern deren Arbeit verändert. Routineaufgaben können automatisiert werden, Prozesse werden schneller und manche Tätigkeiten verlieren an Bedeutung. Gleichzeitig entstehen neue Anforderungen.

74 Prozent der Unternehmen erwarten beispielsweise, dass die strategische Steuerung und Kontrolle von KI für IT-Fachkräfte wichtiger wird. 63 Prozent gehen davon aus, dass Kenntnisse im Umgang mit KI künftig in allen IT-Berufen benötigt werden.

Technologie reduziert damit an manchen Stellen den Personalbedarf – erhöht aber gleichzeitig die Anforderungen an diejenigen, die für die IT verantwortlich sind.

Gesucht werden weiterhin die klassischen IT-Kompetenzen

Interessant ist auch, wo Unternehmen aktuell überhaupt Personal suchen.

Bei Unternehmen mit offenen IT-Stellen stehen nicht KI-Spezialisten an erster Stelle. Am häufigsten werden mit 26 Prozent Fachkräfte für IT-Administration und Systembetrieb gesucht. Es folgen Softwareentwicklung und -architektur mit 17 Prozent sowie Cloud und Infrastruktur mit 14 Prozent.

Erst danach folgen unter anderem IT-Sicherheit, IT-Beratung und Data Science.

Damit werden ausgerechnet für jene Aufgaben weiterhin Fachkräfte gesucht, die für den täglichen Betrieb einer Unternehmens-IT entscheidend sind: Systeme betreiben, Infrastruktur verwalten, Verfügbarkeit sicherstellen und die technische Umgebung weiterentwickeln.

Und genau an dieser Stelle stellt sich insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen eine interessante Frage.

Muss eine offene IT-Stelle überhaupt wieder mit einer eigenen Stelle besetzt werden?

Wer einen IT-Administrator sucht, sucht letztlich nicht in erster Linie einen Mitarbeiter.

Das Unternehmen braucht eine funktionierende IT.

Es braucht jemanden, der Systeme betreibt und überwacht, Störungen löst, Arbeitsplätze verwaltet, Sicherheitsmaßnahmen umsetzt, Backups kontrolliert, Microsoft 365 oder andere Cloud-Dienste betreut und die Infrastruktur weiterentwickelt.

Traditionell versucht man, möglichst viele dieser Anforderungen in einer Stellenbeschreibung unterzubringen und anschließend einen Menschen zu finden, der dazu passt.

Die aktuellen Zahlen zeigen ziemlich eindrucksvoll, wie schwierig genau das sein kann.

Eine Alternative besteht darin, nicht nach der einzelnen Fachkraft zu suchen, sondern die benötigte IT-Leistung extern abzudecken.

Ein Team statt der Suche nach dem Alleskönner

Gerade für mittelständische Unternehmen kann dieser Ansatz einige strukturelle Vorteile haben.

Statt einen Administrator zu suchen, der möglichst viele unterschiedliche Technologien beherrscht, kann ein externer IT-Partner verschiedene Spezialisten bereitstellen. Für den täglichen Betrieb werden andere Kenntnisse benötigt als für ein Security-Projekt, eine Cloud-Migration oder die strategische Weiterentwicklung der Infrastruktur.

Gleichzeitig verschwindet ein weiteres Problem, das eine einzelne interne Stelle zwangsläufig mit sich bringt: die Abhängigkeit von einer Person.

Urlaub, Krankheit oder ein Arbeitgeberwechsel dürfen nicht darüber entscheiden, ob notwendiges IT-Wissen verfügbar ist. Bei einem extern organisierten IT-Betrieb verteilt sich dieses Wissen auf ein Team und wird dokumentiert.

Das macht IT-Kompetenz nicht nur leichter verfügbar, sondern auch planbarer.

Interne und externe IT müssen kein Gegensatz sein

Das bedeutet nicht, dass jedes Unternehmen seine eigene IT-Abteilung abschaffen sollte.

Im Gegenteil: Ein interner IT-Verantwortlicher kennt das Unternehmen, seine Mitarbeiter und seine Prozesse häufig besonders gut. Externe IT kann diese Rolle ergänzen, Spezialwissen bereitstellen oder Teile des laufenden Betriebs übernehmen.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob IT intern oder extern grundsätzlich besser ist.

Entscheidend ist, wie ein Unternehmen zuverlässig auf die Kompetenzen zugreifen kann, die es tatsächlich benötigt.

Und gerade für kleinere und mittelständische Unternehmen ist es nicht immer wirtschaftlich oder überhaupt realistisch, all diese Kompetenzen selbst vorzuhalten.

Der Fachkräftemangel wird damit zur Organisationsfrage

79.000 unbesetzte IT-Stellen sind erheblich weniger als noch vor drei Jahren. Gleichzeitig haben 97 Prozent der Unternehmen mit offenen IT-Stellen Schwierigkeiten, diese zu besetzen.

Das klingt zunächst widersprüchlich. Tatsächlich zeigt es aber, dass sich die Herausforderung verändert.

KI wird Aufgaben übernehmen und Berufsbilder verändern. Unternehmen werden ihre IT effizienter organisieren können. Trotzdem verschwinden Administration, Infrastruktur, Sicherheit oder strategische IT-Planung nicht – und genau für diese Bereiche werden weiterhin qualifizierte Fachkräfte benötigt.

Unternehmen müssen deshalb nicht nur überlegen, wo sie diese Menschen finden.

Sie können auch hinterfragen, ob sie jede benötigte Kompetenz überhaupt selbst einstellen müssen.

Für uns bei Fox Romeo ist genau das der Ansatz: Wir übernehmen IT nicht erst dann, wenn ein Problem auftritt, sondern als laufende Aufgabe. Betrieb, Überwachung, Sicherheit, Planung und Weiterentwicklung werden damit nicht von einer einzelnen Stelle abhängig, sondern zu einer dauerhaft verfügbaren Leistung.

Denn am Ende braucht ein Unternehmen nicht zwingend mehr IT-Personal.

Es braucht eine IT, die funktioniert.

Quelle: Bitkom

Frank Roebers

Gründer und Geschäftsführer bei Fox Romeo IT GmbH
Frank Roebers bringt über 30 Jahre IT-Erfahrung mit. Als ehemaliger CEO der SYNAXON AG leitete er Europas größtes IT-Kooperationsnetzwerk mit 300+ Mitarbeitern und einem Einkaufsvolumen von über einer Milliarde Euro. Mit der Tochter einsnulleins etablierte er professionelle IT-Betreuung zum Festpreis für KMU – das Unternehmen wuchs auf 120+ Mitarbeiter an 10+ Standorten. Heute entwickelt er mit Fox Romeo Management-Strukturen für mittelständische IT-Organisationen und fokussiert auf messbare IT-Prozesse als Wettbewerbsfaktor. Als Redner behandelt er Digitalisierung, Führung und KI.
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