USA: Produktivität durch KI verdreifacht – Jobs bleiben stabil

Von 29. Oktober 2025Januar 9th, 2026Blog2 Min. Lesezeit

Eine neue Studie von Stanford und der Weltbank liefert die bislang detaillierteste Analyse der Auswirkungen generativer KI auf den US-Arbeitsmarkt. Das Ergebnis ist eindeutig: Wer KI-Tools wie ChatGPT oder Copilot im Job nutzt, kann Aufgaben im Schnitt dreimal so schnell erledigen wie vorher. Besonders stark profitieren besserverdienende Wissensarbeiter und überraschenderweise auch Geringqualifizierte – während die Mitte zurückfällt.

Seit der Veröffentlichung von ChatGPT Ende 2022 hat sich die Nutzung von LLMs in den USA deutlich beschleunigt. Mitte 2025 nutzen bereits 36,7 % der US-Arbeitnehmer solche Tools im Job – vor allem in Branchen wie IT, Marketing und Beratung. International liegen die USA damit klar vorn. Die größten Produktivitätsgewinne zeigen sich bei Aufgaben mit hohem Text- oder Analyseanteil: Schreiben, Verhandeln, Programmieren. Interessant: Nur 16 % lassen die KI komplett für sich arbeiten – der Großteil nutzt sie als „Co-Pilot“.

Trotz dieser Effizienzsprünge blieb die Beschäftigungslage bislang stabil. Weder die Zahl der Jobs noch die Stellenausschreibungen sind signifikant zurückgegangen. Zwei Effekte gleichen das aus: Unternehmen produzieren mehr („Output-Expansion“) oder nutzen die gewonnene Zeit für höherwertige Aufgaben. Die Löhne hingegen sind in KI-exponierten Berufen spürbar gestiegen – vor allem dort, wo KI die individuelle Produktivität sichtbar erhöht.

Die Studie warnt jedoch vor wachsender Ungleichheit: Geringqualifizierte können sich mithilfe von KI verbessern, Hochqualifizierte werden noch produktiver – die mittlere Qualifikationsebene fällt zurück. Die Autoren fordern daher mehr staatliche Investitionen in offene Sprachmodelle, Experimentierfreude in Unternehmen und gezielte Regulierung in sensiblen Einsatzfeldern.

Fazit: Die USA zeigen, wie sich generative KI produktiv in die Arbeitswelt integrieren lässt – zumindest bisher ohne Jobverluste. Entscheidend wird sein, ob die Gesellschaft den entstehenden Produktivitätsgewinn gerecht verteilen kann.

Quelle: FAZ-Artikel von Holger Schmidt, 29.10.2025
& Originalstudie auf SSRN: The Labor Market Effects of Generative AI

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Frank Roebers

Gründer und Geschäftsführer bei Fox Romeo IT GmbH
Frank Roebers bringt über 30 Jahre IT-Erfahrung mit. Als ehemaliger CEO der SYNAXON AG leitete er Europas größtes IT-Kooperationsnetzwerk mit 300+ Mitarbeitern und einem Einkaufsvolumen von über einer Milliarde Euro. Mit der Tochter einsnulleins etablierte er professionelle IT-Betreuung zum Festpreis für KMU – das Unternehmen wuchs auf 120+ Mitarbeiter an 10+ Standorten. Heute entwickelt er mit Fox Romeo Management-Strukturen für mittelständische IT-Organisationen und fokussiert auf messbare IT-Prozesse als Wettbewerbsfaktor. Als Redner behandelt er Digitalisierung, Führung und KI.
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