
Der neue Gehaltsreport der Plattform Stepstone liefert Anfang 2026 erneut eine nüchterne Antwort auf eine Frage, die viele Beschäftigte umtreibt: Verdiene ich eigentlich genug? Auf Basis von mehr als 1,3 Millionen Datensätzen zeigt die Auswertung, wie stark Einkommen in Deutschland weiterhin von Branche, Qualifikation, Unternehmensgröße und Arbeitsort abhängen – und wie groß die Unzufriedenheit trotz steigender Transparenz bleibt.
Mit einem Bruttomediangehalt von 53.900 Euro liegt der „mittlere“ Verdienst in Deutschland zwar solide, doch fast zwei Drittel der Beschäftigten geben an, mit ihrem Gehalt unzufrieden zu sein. Bildung, Berufserfahrung und Führungsverantwortung wirken dabei weiterhin wie klassische Einkommenshebel: Ein Hochschulabschluss bringt im Schnitt rund 17.000 Euro mehr im Jahr, Führungskräfte verdienen etwa 10.000 Euro mehr als Mitarbeitende ohne Personalverantwortung. Auch der Sprung nach einigen Jahren Berufserfahrung ist deutlich – nach sechs Jahren liegen die Gehälter im Mittel fast 9.000 Euro höher als zu Beginn der Karriere.
Große Unterschiede zeigen sich zudem zwischen Branchen und Regionen. Während Human- und Zahnmedizin mit Abstand an der Spitze liegen, gefolgt von Ingenieurwesen, Versicherungen und Pharmaindustrie, bleiben Gastronomie, Landwirtschaft und einfache Bürotätigkeiten deutlich zurück. Westdeutschland verdient im Mittel rund 7.500 Euro mehr als Ostdeutschland, Großstädte wie München oder Frankfurt liegen klar vor kleineren Standorten. Parallel dazu zahlen Großunternehmen signifikant besser als kleine Betriebe – ein struktureller Nachteil vieler KMU, der sich nur bedingt ausgleichen lässt.
Besonders brisant ist der Blick auf die anstehende EU-Entgelttransparenzrichtlinie, die bis Juni 2026 in deutsches Recht umgesetzt werden muss. Künftig sollen Gehaltsangaben bereits in Stellenanzeigen verpflichtend sein, Beschäftigte erhalten weitreichende Auskunftsrechte, und Unternehmen müssen bei ungerechtfertigten Entgeltunterschieden aktiv gegensteuern. Gerade der Gender Pay Gap bleibt ein zentrales Thema: Selbst bereinigt liegt er laut Stepstone noch bei knapp fünf Prozent – mit teils erheblichen Differenzen je nach Branche.
Viele Unternehmen sind darauf bislang kaum vorbereitet. Fehlende Priorität, Sorge vor Konflikten und zusätzlicher Bürokratie bremsen die Umsetzung. Gleichzeitig zeigt die Erfahrung, dass Transparenz ohne klare Strukturen eher Unsicherheit als Vertrauen schafft. Spätestens 2026 wird Gehalt jedoch nicht mehr nur ein Tabuthema sein, sondern ein strategischer Faktor für Arbeitgeberattraktivität, Mitarbeiterbindung und Unternehmenskultur.
Quelle: faz.net
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