Am 20. Dezember 2025 ist ein kleines Flugzeug in den USA zum historischen Moment für automatisierte Flugsysteme geworden: Ein Beechcraft Super King Air B200 hat am Rocky Mountain Metropolitan Airport in Colorado völlig autonom gelandet, nachdem Garmin-Notlandesystem Emergency Autoland aktiviert worden war – und das erstmals in einem echten Notfall, außerhalb von Tests oder Simulationen.
Das System war ursprünglich dazu gedacht, bei incapacitation des Piloten oder anderen lebensbedrohlichen Situationen die Kontrolle zu übernehmen und das Flugzeug sicher zu Boden zu bringen. In diesem Fall kam es zu einem rapiden Druckabfall in der Kabine, wodurch die Piloten Sauerstoffmasken anlegten und das Autoland-System aktivierten. Die Garmin-Avionik analysierte automatisch Faktoren wie Gelände, Wetter, Treibstoff und geeignete Landebahnen, wählte den nächstgelegenen Flughafen und führte den kompletten Landeanflug inklusive Funkkontakt mit der Flugsicherung selbstständig durch – bis hin zum Abbremsen und Abstellen auf der Landebahn.
Während die genauen Umstände noch von der FAA und der US-Unfallbehörde untersucht werden, gilt das Ereignis als Meilenstein für Sicherheitsautomatisierung in der Luftfahrt. Autoland-Funktionen wie diese wurden bereits vor einigen Jahren entwickelt und zertifiziert – etwa im Rahmen der Garmin-G3000-Avioniksuite – aber nie zuvor unter realen Ernstfallbedingungen ausgelöst. Das zeigt, wie fortgeschritten und verlässlich moderne KI-gestützte Assistenzsysteme geworden sind, selbst in sicherheitskritischen Umgebungen wie der Luftfahrt.
Quelle: Golem