Die Vermessung des Glaubens – Ulrich Schnabel

Von 6. Juni 2009Dezember 5th, 2025Blog2 Min. Lesezeit

Im Gegensatz zu Dawkins Buch „Gotteswahn“ wird hier eine Brücke zwischen Atheisten und religiösen Menschen geschlagen. Schnabel befasst sich an vielen Stellen dieses Buches mit den Argumenten von Dawkins und ich muss zugeben, dass er es geschafft hat, hier deutlich meine Meinung weg von Dawkins zu bewegen. Im Lichte von Schnabels Buch erscheint Dawkins ein mindest so voreingenommener Eiferer zu sein, wie es einige religiöse Fundamentalisten auch sind.

Schnabel befasst sich nicht mit der Frage, ob es einen Gott gibt und welche Religion die richtige ist, oder aber ob Atheisten mit ihrer Leugnung richtig liegen. Man erfährt hingegen sehr viel darüber, in welchen Facetten Religion und Glauben das Leben der Menschen beeinflussen. Schnabel schlägt einen weiten Bogen von der Hirnforschung, über die Evolutionsbiologie, der Theologie zur Philosophie. Er schildert die Schattenseiten der Religionen genauso wie die positiven Effekte. Insgesamt bleibt er dabei ziemlich ausgewogen. Bemerkenswert finde ich die Kombination aus fachlicher Tiefe mit leichter Lesbarkeit.

Er schafft es immer wieder, dass man das Buch für eine Weile zum Nachdenken weglegt und seine eigenen Positionen zu diesem Thema intensiv hinterfragt. Es dürfte eines der wenigen Bücher zu diesem Thema sein, welches nicht nach wenigen Seiten von Anhängern der beiden oft sehr unversöhnlich gegenüberstehenden Lager wutentbrannt in die Ecke geworfen wird. Und das allein ist eine beachtliche Leistung.

lese-raum Bewertung: stars-5-0.gif

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen