Cyberangriffe 2025: Warum „Wir sind zu klein“ kein Schutz mehr ist

Von 30. Dezember 2025Blog4 Min. Lesezeit

Noch vor wenigen Jahren galt die vermeintliche „Unattraktivität“ kleinerer Unternehmen für Cyberkriminelle als legitime Ausrede. Doch 2025 ist klar: Diese Zeiten sind vorbei. Cyberangriffe treffen inzwischen gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit voller Wucht – nicht, weil sie besonders profitabel sind, sondern weil sie häufig unzureichend geschützt sind und sich dadurch leicht angreifbar zeigen. Das bestätigt der aktuellen BSI-Lagebericht zur IT-Sicherheit in Deutschland 2025 deutlich.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache

Der aktuelle BSI-Bericht zeigt, dass die Bedrohungslage in Deutschland auch im Berichtszeitraum 1. Juli 2024 bis 30. Juni 2025 auf einem hohen Niveau geblieben ist. Besonders alarmierend: rund 80 % aller gemeldeten Sicherheitsvorfälle betreffen Unternehmen aus dem KMU-Umfeld. Ein weiterer objektiver Gradmesser für die zunehmende Risiken ist die Zahl der bekannten Schwachstellen: Pro Tag wurden im Schnitt 119 neue Sicherheitslücken registriert – ein Anstieg von etwa 24 % im Vergleich zum Vorjahr. Diese steigende Zahl zeigt, wie dynamisch und herausfordernd die Bedrohungslage geworden ist.

Warum KMU heute stärker betroffen sind

Im BSI-Bericht wird deutlich, dass die „Angriffsflächen“ deutscher Unternehmen – also die Summe aller Punkte, an denen Angreifer ansetzen können – im Zuge der Digitalisierung stetig wachsen. Viele KMU nutzen moderne Technologien, haben aber unzureichend gehärtete Systeme, veraltete Infrastrukturen oder keine systematische Absicherung. Das macht sie zu attraktiven Zielen für Tätergruppen – sei es für einfache Phishing-Kampagnen oder komplexere Ransomware-Attacken.

Zudem zeigt sich, dass viele Angriffe nicht mehr spektakulär oder hochkomplex sind, sondern auf Masse und Automatisierung setzen: Standardisierte Ransomware-Varianten oder automatisierte Identitätsdiebstähle werden gezielt auf Schwachstellen in Anmeldeprozessen oder schlecht geschützten Diensten angewendet. Die Folge: selbst vermeintlich „kleine“ Unternehmen werden solange angegriffen, wie es Aufwand und potenzieller Nutzen für die Täter im günstigen Verhältnis stehen.

Typische Angriffsvektoren heute

Die meisten Angriffe zielen auf bekannte Einfallstore:

  • Phishing und Social Engineering: Gefälschte E-Mails und manipulierte Login-Seiten, die Mitarbeitende zur Preisgabe von Zugangsdaten verleiten.

  • Ransomware & Datenverschlüsselung: Schadsoftware, die Systeme sperrt und Unternehmen erpresst – oft verbunden mit Datendiebstahl.

  • Identitätsdiebstahl: Missbrauch gültiger Zugangsdaten, um sich lateral im Netzwerk zu bewegen oder Dritte zu täuschen.

Der BSI-Bericht zeigt: Diese Methoden sind nicht nur zahlreich, sondern in ihrer Effektivität gestiegen, weil Täter standardisierte Tools und automatisierte Angriffsprozesse verwenden.

Was KMU heute tun müssen

Angesichts dieser quantifizierten Risiken ist klar: „Zu klein“ schützt nicht mehr vor Cyberbedrohungen. Vielmehr müssen grundlegende Sicherheitsmaßnahmen zur Pflicht werden:

  • Mehrfaktor-Authentifizierung (MFA): schützt Konten auch bei kompromittierten Passwörtern.

  • Regelmäßige Updates & Patch-Management: schließt bekannte Schwachstellen, bevor sie ausgenutzt werden können.

  • Segmentierung und Rechte-Kontrolle: reduziert die Gefahr von lateralen Bewegungen im Netzwerk.

  • Gezielte Sensibilisierung: Mitarbeitende müssen Angriffsvektoren wie Phishing erkennen und melden können.

Diese Bausteine helfen, die Angriffsfläche zu reduzieren und gleichzeitig die Resilienz zu stärken – ein zentraler Handlungsbedarf, den auch das BSI für 2026 hervorhebt. BSI

Fazit: Cyber-Risiken sind real – und messbar gestiegen

Die Zahlen aus dem BSI-Lagebericht 2025 zeigen eindeutig: Die Risiken für KMU sind signifikant gestiegen, und die meisten Angriffe treffen gerade diese Gruppe. Alleine der Anstieg der täglich entdeckten Schwachstellen um rund 24 % verdeutlicht, wie dynamisch die Bedrohung geworden ist. Zudem sind 80 % der gemeldeten Vorfälle auf KMU zurückzuführen – ein klarer Hinweis, dass Größe kein Schutz mehr bietet.

Das Fazit ist unmissverständlich: Cyberangriffe sind für KMU keine theoretische Gefahr mehr, sondern eine greifbare, messbare Realität. Wer heute nicht strategisch in IT-Sicherheit investiert, riskiert nicht nur Datenverluste, sondern auch wirtschaftliche Existenz und Vertrauen.