Die Gefährdungen durch nicht-menschliche Identitäten (NHI) in modernen IT-Umgebungen nehmen rasant zu. Laut dem 2026 Identity Security Outlook ergeben sich in vielen Unternehmen Maschinen-zu-Menschen-Verhältnisse von bis zu 500:1. Diese nicht-menschlichen Identitäten, zu denen unter anderem Dienstkonten und API-Schlüssel gehören, sind häufig außerhalb der Governance-Programme und stellen ein erhebliches Risiko dar.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Anzahl nicht-menschlicher Identitäten übersteigt in vielen Unternehmen die Zahl der Mitarbeiter.
- Hohe Privilegien von Dienstkonten sind verbreitet, was zu Sicherheitslücken führt.
- Mittelständische Unternehmen sind besonders betroffen, da sie oft weniger Ressourcen für IT-Sicherheit haben.
- Ein systematisches Management der NHI ist unerlässlich, um Sicherheitsrisiken zu minimieren.
Die Herausforderungen durch nicht-menschliche Identitäten
Die Integration von Cloud-Technologien und Automatisierung in Unternehmen hat zu einem exponentiellen Anstieg der nicht-menschlichen Identitäten geführt. Diese Identitäten sind in der Lage, kritische Teile der IT-Infrastruktur zu steuern und zu modifizieren. Der OWASP Non-Human Identities Top 10 benennt unter anderem unzureichende Offboarding-Prozesse als erhebliches Risiko für die Sicherheit, da viele Dienstkonten nach Projektende nicht entfernt werden.
Technisches Risiko
In vielen IT-Umgebungen finden sich Dienstkonten mit übermäßigen Rechten. Ein Beispiel sind Accounts, die für bestimmte Anwendungen oder Dienste mit Administratorrechten eingerichtet wurden, ohne die tatsächlichen Zugriffsbedarfe zu berücksichtigen. Dieser Mangel an Kontrolle über Berechtigungen kann für Unternehmen erhebliche Risiken darstellen. In einer aktuellen Studie von Entro Security gaben 97% der nicht-menschlichen Identitäten an, übermäßige Rechte zu besitzen. Dies erhöht die Angriffsfläche erheblich und macht Organisationen anfällig für Sicherheitsvorfälle.
Rechtliche und organisatorische Folgen
Die unzureichende Verwaltung nicht-menschlicher Identitäten kann auch rechtliche Konsequenzen haben. Mittelständische Unternehmen, die nicht in der Lage sind, die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) oder anderer regulatorischer Vorgaben zu erfüllen, riskieren empfindliche Strafen. Mit der Zunahme digitaler Identitäten wächst auch die Verantwortung der Unternehmen, diese ordnungsgemäß zu managen und die erforderten Schutzmaßnahmen zu implementieren.
Handlungsempfehlungen für IT-Verantwortliche
Angesichts der aufgezeigten Risiken sollten IT-Verantwortliche die folgenden konkreten Schritte in Betracht ziehen:
- Inventar aufbauen: Erstellen Sie eine vollständige Übersicht aller nicht-menschlichen Identitäten in Ihrer IT-Umgebung. Nutzen Sie Automatisierung, um diese kontinuierlich zu aktualisieren.
- Prinzip der minimalen Rechte umsetzen: Stellen Sie sicher, dass jede nicht-menschliche Identität nur die minimal erforderlichen Berechtigungen erhält.
- Statische Anmeldeinformationen vermeiden: Implementieren Sie dynamische Zugriffsmodelle, die Berechtigungen nur temporär gewähren und regelmäßig erneuern.
Ein Blick in die Zukunft
Die Sicherstellung der Verwaltung nicht-menschlicher Identitäten sollte für mittelständische Unternehmen höchste Priorität haben. In einer zunehmend digitalisierten Welt wird der Schutz gegen Cyberangriffe durch gezielte Maßnahmen und klar definierte Governance-Strukturen unerlässlich. Unternehmen, die die Bedeutung dieses Themas erkennen und proaktive Schritte unternehmen, werden in der Lage sein, Sicherheitslücken zu schließen und ihre IT-Infrastruktur zu schützen.
Quelle: CSO Online
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