Laut PwC’s Global Workforce Hopes & Fears Survey 2025 erleben Beschäftigte, die täglich mit generativer KI (GenAI) arbeiten, deutlich positive Effekte: 92 % berichten von gesteigerter Produktivität, 58 % von erhöhter Jobsicherheit und 52 % von besserer Bezahlung. Zum Vergleich: Unter den Gelegenheitsnutzern sagen das nur 58 % (Produktivität), 36 % (Sicherheit) und 32 % (Gehalt).
Doch der Clou: Nur 14 % der weltweit Befragten nutzen GenAI täglich, obwohl 54 % in den letzten zwölf Monaten irgendeine Form von KI im Job eingesetzt haben. Das zeigt: Die größten Vorteile sind bisher einer kleinen Gruppe vorbehalten – während der Großteil der Belegschaft noch auf der Strecke bleibt.
Die Spaltung der Arbeitswelt vergrößert sich
Das 50.000 Personen starke Sample (aus 48 Ländern, 28 Branchen) zeigt:
Nicht-Führungskräfte haben schlechtere Chancen, sich weiterzubilden. Nur 51 % sagen, sie hätten Zugang zu den nötigen Ressourcen – bei Führungskräften sind es 66 %, bei Top-Management 72 %.
KI-Nutzer, die täglich mit den Tools arbeiten, fühlen sich mit 69 % weit optimistischer in Bezug auf ihre berufliche Zukunft als KI-Fernbleiber (44 %).
Das führt zu einer Upskilling-Lücke: Diejenigen, die KI bereits nutzen, bauen ihren Vorsprung weiter aus. Nur wer frühzeitig lernt, mit GenAI produktiv umzugehen, kann langfristig mithalten. Unternehmen, die Mitarbeitende nicht gezielt befähigen, riskieren eine Zwei-Klassen-Belegschaft.
Wirtschaftlicher Druck steigt – Motivation sinkt
Neben der technologischen Entwicklung zeigt die Umfrage auch ein düsteres Bild der wirtschaftlichen Lage vieler Arbeitnehmer:innen weltweit:
55 % erleben finanzielle Belastung – ein Anstieg gegenüber 2024 (52 %).
35 % fühlen sich mindestens einmal pro Woche überfordert – bei der Generation Z sind es sogar 42 %.
Nur 17 % bekamen im letzten Jahr eine Beförderung, 43 % eine Gehaltserhöhung.
Die Bereitschaft, nach Gehaltserhöhungen zu fragen, ist gefallen (von 43 % auf 37 %). Auch die Ambition auf Beförderung sank auf 32 %. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit scheint Resignation einzuziehen.
Vertrauen entscheidet über Motivation
Ein zentrales Ergebnis: Mitarbeitende, die sich stark mit den Zielen ihrer Führung identifizieren, sind 78 % motivierter als jene, die keine Verbindung zum Management verspüren. Klarheit, Kommunikation und Einbindung sind also Schlüssel zur Mitarbeitermotivation – auch und gerade in Zeiten des Wandels.
PwC: KI ist mehr als Technologie – es ist eine Führungsaufgabe
Nicki Wakefield (PwC) bringt es auf den Punkt: „GenAI ist eine Menschenfrage, keine Technikfrage.“ Wer mit KI profitieren will, braucht nicht nur Tools, sondern Vertrauen, Unterstützung, klare Anwendungsfälle – und eine Unternehmenskultur, die Lernen und Fehler zulässt.
Die Studie fordert Unternehmen auf, Arbeit neu zu denken:
KI sinnvoll in den Alltag integrieren – nicht nur in Pilotprojekten.
Ressourcen für Weiterbildung gerechter verteilen.
Führungskräfte stärker in die Vermittlung von KI-Kompetenz einbinden.
Fazit:
GenAI ist kein kurzfristiger Hype – sondern längst ein realer Wettbewerbsvorteil. Doch nur wer ihn täglich nutzt, profitiert in vollem Umfang. Unternehmen stehen nun vor der Aufgabe, aus Potenzial Realität zu machen – bevor der Abstand zwischen KI-Pioniere und Nachzügler unüberbrückbar wird.