Die aktuelle Gehaltsstudie 2026 der Personalberatung Robert Walters zeigt eine wachsende Kluft zwischen den Erwartungen von Beschäftigten und der Zurückhaltung vieler Unternehmen. Während 68 Prozent der befragten Firmen moderate Gehaltserhöhungen von durchschnittlich 3,74 Prozent planen, rechnen Fach- und Führungskräfte mit einem Plus von rund sechs Prozent. Die wirtschaftliche Lage schränkt den Handlungsspielraum der Arbeitgeber ein – viele Beschäftigte erwarten dennoch deutliche Steigerungen. Das sorgt für Spannungen auf dem Arbeitsmarkt.
Neben dem Gehalt gewinnen auch andere Faktoren an Bedeutung: Eine bessere bereichsübergreifende Zusammenarbeit, moderne Technologien und das persönliche Wohlbefinden werden als zentrale Wünsche genannt. Besonders geschätzt werden bei aktuellen Arbeitgebern Autonomie, Flexibilität und ein angemessenes Gehalt – ein Mix, der zunehmend über Verbleib oder Wechsel entscheidet.
Auch Künstliche Intelligenz verändert die Personalarbeit. Etwa ein Drittel der Unternehmen nutzt bereits aktiv People Analytics. KI wird dabei weniger als Bedrohung, sondern überwiegend als Chance gesehen – vor allem von jüngeren Talenten, die sich vermehrt für KI-nahe Arbeitsbereiche interessieren. Doch es fehlt an passenden Rollen im Mittelstand, was das Spannungsfeld zwischen technologischem Fortschritt und Jobrealität verdeutlicht.
Der Fachkräftemangel bleibt ein beherrschendes Thema. Besonders gefragt sind erfahrene Kräfte in IT, Buchhaltung, Finanzen und Forschung. Problematisch sind unrealistische Gehaltsvorstellungen, mangelnde Qualifikationen und eine zu geringe Zahl geeigneter Bewerber. Unternehmen betonen, dass ein Wechsel allein wegen des Gehalts selten zielführend ist – gefragt sind Perspektive, Weiterbildung und eine zukunftsfähige Ausrichtung.
Flexibilität wird inzwischen beidseitig erwartet: Hybrides Arbeiten ist Standard, vollständiges Remote-Arbeiten bleibt die Ausnahme. Fachkräfte sollen dafür digitale und KI-Kompetenzen mitbringen – Anpassungsfähigkeit ist gefragt. Der Ausblick ist klar: Wer Gehalt, Perspektiven und Technologie strategisch verknüpft, wird 2026 im Vorteil sein.